Wenn der Kitabereich die Blätter hängen lässt
Sabine Hagen • 14. Dezember 2022
oder: Was haben Kitas und unser Kaffeebäumchen gemeinsam?
Die letzten Monate haben wir uns an unserem grünen Kaffeebäumchen sattgesehen. Wir haben uns darüber gefreut, wie gut es gewachsen ist, dass es zum Allerersten mal Früchte entwickelt hat und die Kaffeekirschen nun ausreifen.
Doch seit geraumer Zeit geht es unserem Kaffeebäumchen nicht gut. Die Blätter werden braun, fallen ab und Schädlinge haben unser Bäumchen befallen. Die Wurzeln haben durch zu viel Staunässe Schaden genommen. Eisern trägt es weiter seine Früchte und versucht mit aller letzter Kraft diese ausreifen zu lassen. Es entwickelt sogar immer weiter neue Früchte.
Was bleibt uns nun übrig?
1. Die Kaffeekirschen ernten, die rohen Kaffeebohnen wieder ansäen, in ein neues Wachstum
investieren und versuchen, dass es diesmal überlebt?
2. Oder schaffen wir es das Kaffeebäumchen wieder aufzupäppeln?
Beides braucht Zeit, Geld, Geduld und viel Anstrengung, denn im Status Quo ist unser Kaffeebäumchen ca. 1,60m groß gewachsen.
Was also tun? Alles „Einstampfen“, die Pflanze im Stich lassen und sich auf etwas Neues, Unvoreingenommenes konzentrieren und in den nächsten Jahren ein neues Kaffeebäumchen wachsen lassen? Würden wir dann etwas aus unseren Fehlern lernen oder wissen, woran es wirklich gelegen hat, dass der Zustand unseres Bäumchens aktuell so schlecht ist? Ein „Weiter so“ ist definitiv keine Option. Das zeigt uns unsere Pflanze gerade deutlich.
Wer mich und meine Inhalte in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat weiß, dass ich gerne die Natur und vor allem das Pflanzenwachstum für einen Vergleich mit dem frühkindlichen Bildungsbereich heranziehe.
Unser Kaffeebäumchen ist seit Jahren Teil unserer Familie. Die Kitas sind als erste außerfamiliäre Einrichtung ebenfalls ein Teil der meisten Familien. Die Kinder wachsen dort auf, werden gefördert, gebildet, haben ein zweites zu Hause, haben dort Freunde gefunden. Dort geht es ihnen gut. Sie können dort wachsen und sich (bestenfalls) individuell entwickeln. Sie sind die reifen Früchte, die als Vorschulkinder am Ende der Kitazeit von der Pflanze „abgeworfen“ (mancherorts auch „rausgeworfen“ :-)) werden.
Dem Kitabereich geht es nicht gut, genau wie unserem Kaffeebäumchen. Die Rahmenbedingungen passen nicht. Zu Vieles, was die Wurzeln angreift und was an äußeren Einflüssen auf die Blätter, die Zweige und die Stämme schädlich wirkt. Alles das wirkt nicht über Nacht, sondern über mehrere Monate oder Jahre hinweg auf die Pflanze ein und wird nun sichtbar. Genau wie im Kitabereich.
Die letzten Monate und Jahre schlechter Behandlung, unzureichender Rahmenbedingungen und nett gemeinte Unterstützung nach dem "Gießkannen-Prinzip" zeigen nun vollends ihre Auswirkungen. Kitas müssen Gruppen oder ganz schließen, weil das Personal fehlt. Öffnungszeiten müssen reduziert werden, weil zu viele Mitarbeitende krank sind (ich empfehle den Artikel "Es ist doch nur Schnupfen") und trotzdem halten viele Fachkräfte noch weiter daran fest und kämpfen eisern dafür, dass sich die kleinen Früchte, die kleinen Menschen, weiterentwickeln und schlussendlich „ausreifen“ können. Die Energie bräuchten sie jedoch für ihr eigenes Wachstum und dafür gesund zu werden. Dafür, dass die eigenen Blätter nicht braun und welk werden und schlussendlich abfallen, weil keine Kraft mehr da ist sie zu halten.
Was es jetzt braucht, ist keine Gießkanne mit ein bisschen Dünger versetzt, sondern eine Kraftanstrengung, um diese Pflanze, den Kitas und ihren Mitarbeitenden in Deutschland, wieder zur eigenen Blüten- und Blätterpracht zu verhelfen. Denn schlussendlich ist das Ziel eine gesunde Pflanze zu haben, die viele reife Früchte hervorbringt, oder etwa nicht?
Vor ein paar Monaten habe ich einen Artikel über Wurzeln geschrieben und was es bedarf, um die Kitas in Deutschland wieder wachsen lassen zu können.
"Investieren wir in die Wachstumsbereitschaft der Kitas in Deutschland und geben ihnen die Unterstützung, die sie ganz individuell für ihr Wachstum benötigen, so werden wir eines sehen: eine blühende Landschaft voller Vielfalt, die durch jeden einzelnen, wachstumsbereiten Menschen erst möglich gemacht werden konnte."
Jeden Tag sehe ich unser Kaffeebäumchen und erinnere mich an die tollen grünen Blätter und wie sehr es uns Freude bereitet hat. Jetzt braucht es unsere Unterstützung. Ich habe meine Entscheidung getroffen und werde so schnell nicht aufgeben. „Callenge Accepted“, denn durch diese Krise wissen wir, wie wir unser Bäumchen in Zukunft besser vorbereiten und schützen können.
Haben die Kitas und ihre über 800.000 Mitarbeitenden das nicht auch verdient?

Deutschland steckt in einer Kita-Krise: Hundertausende Erzieher:innen fehlen bundesweit. Dieser dramatische Fachkräftemangel überlastet nicht nur die verbliebenen Fachkräfte, sondern gefährdet auch die Gesundheit und Bildung unserer Kinder. Je mehr Kinder von einer einzelnen Fachkraft betreut werden müssen, desto weniger Zeit bleibt für individuelle Förderung – ein entscheidender Faktor für die Entwicklung unserer Kleinsten. Die Abwärtsspirale: Überlastung führt zu noch mehr Ausfällen Die Folgen sind alarmierend: Kinder in überfüllten Gruppen erkranken häufiger, und überarbeitete Erzieher:innen melden sich krank. Das führt zu einer Abwärtsspirale – die Qualität der Betreuung sinkt weiter. Langfristig bedeutet das schlechtere Bildungschancen, weniger soziale Förderung und höhere gesellschaftliche Kosten und ein #BildungsCrash mit Ansage. Eltern spüren diese Krise täglich: Sie müssen die Betreuungslücken füllen, was zu mehr Stress und finanziellen Belastungen führt: Sinkende Betreuungsqualität: Wenn eine Fachkraft zu viele Kinder gleichzeitig im Blick behalten muss, verkommt der Bildungsauftrag zur reinen "Verwahrung". Pädagogische Angebote fallen als Erstes weg. Steigender Krankenstand: Die verbliebenen Erzieher:innen arbeiten permanent an der Belastungsgrenze. Die Folge: Überarbeitete Fachkräfte melden sich häufiger krank, was den Druck auf das verbleibende Team weiter erhöht. Höheres Infektionsrisiko: In überfüllten, unterbesetzten Gruppen steigt nachweislich auch die Infektionsrate bei den Kindern – ein Teufelskreis aus Krankheitswellen beginnt. Ein umfassender Bericht des Recherchezentrums CORRECTIV zeigte bereits Ende 2023 das ganze Ausmaß dieser Krise auf und machte deutlich: Wir steuern sehenden Auges auf einen bildungspolitischen Kollaps zu. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten Die Kita-Krise ist längst kein reines "Kita-Thema" mehr, sondern belastet die gesamte Gesellschaft: Schlechtere Bildungschancen: Frühkindliche Bildung legt das Fundament für die spätere Schullaufbahn. Fehlt diese Basis, drohen langfristig weniger soziale Förderung und höhere gesellschaftliche Folgekosten. Enormer Druck auf Eltern: Eltern spüren diese Krise täglich am eigenen Leib. Spontane Kita-Schließungen oder verkürzte Öffnungszeiten bedeuten, dass Eltern Betreuungslücken im Alltag selbst füllen müssen. Das führt zu permanentem Stress, mentaler Überlastung und nicht selten zu finanziellen Einbußen, wenn Arbeitszeiten reduziert werden müssen. Der Ausweg: Drei Hebel gegen den Kollaps Die Krise ist akut, aber sie ist nicht unlösbar. Um das System nachhaltig zu stabilisieren, muss an drei wesentlichen Stellschrauben gedreht werden: 1. Offensive in der Ausbildung Die Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher muss attraktiver und finanziell vergütet werden. Hürden für Quereinsteiger müssen sinken, ohne dabei die pädagogischen Standards zu untergraben. 2. Verbesserung der Arbeitsbedingungen Bessere Personalschlüssel, Entlastung von bürokratischen Aufgaben durch Verwaltungskräfte und eine faire, leistungsgerechte Bezahlung sind der Schlüssel, um Fachkräfte im Beruf zu halten. Für interne Herausforderungen oder Ideen habe ich die Kita Canvas entwickelt. Hier geht's zum Blogbeitrag . 3. Konsequente Investitionen der Politik Jeder Euro, den wir heute in die frühkindliche Bildung investieren, spart der Gesellschaft in der Zukunft ein Vielfaches an Reparaturkosten. Die Politik auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene muss endlich echte Verantwortung übernehmen und die Krise mit oberster Priorität bewältigen. Fazit: Es ist eine Investition in unser aller Zukunft Wenn wir heute nicht handeln, riskieren wir die Zukunft einer ganzen Generation. Eine starke Wirtschaft und eine gesunde Gesellschaft funktionieren nur mit einem stabilen Fundament – und dieses Fundament wird in unseren Kitas gelegt.

Frühkindliche Bildung ist mehr als Betreuung: Sie ist der erste Schritt zu Chancengleichheit, Resilienz und den Kompetenzen, die wir in einer mehr und mehr digitalen Welt dringend brauchen. Die Grundlagen für New Work, Future Skills und Sozialkompetenzen werden bereits in den ersten Lebensjahren gelegt. Doch wir stehen vor einer großen Herausforderung: Der aktuelle #BildungsCrash beeinflusst die Entwicklung unserer Kinder nachhaltig. Wie jüngst im Spiegel berichtet, fehlen gerade in Westdeutschland massiv Kitaplätze, und der Personalnotstand verschiebt sich zunehmend in die Grundschulen. Immer mehr Kinder erhalten nicht die Förderung, die sie für einen erfolgreichen Bildungsweg brauchen. Diese Entwicklung ist fatal – denn digitale Kompetenzen, Kreativität und soziale Fähigkeiten werden bereits in der frühen Kindheit, auch durch die Kitas, angelegt. Technologische Innovationen wie u. a. Googles Veo 3 zeigen, wie schnell sich Arbeits- und Lebenswelten verändern. Die Digitalisierung erfordert nicht nur technische, sondern vor allem soziale und kognitive Fähigkeiten: Empathie, Resilienz und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Diese „Future Skills“ werden in Kitas bereits gefördert – doch wir müssen sie erkennen, wertschätzen und weiterentwickeln. Die digitale Transformation mag manchmal überwältigend wirken – vor allem, wenn die Rahmenbedingungen nicht ideal sind. Doch inspirierende Veränderung beginnt im Kleinen: Schon ein kurzer Austausch im Team, ein gemeinsames Ausprobieren neuer Ideen oder das Teilen von Erfolgsgeschichten kann viel bewirken. Es geht nicht darum, alles auf einmal zu schaffen. Jeder kleine Schritt zählt und inspiriert andere. Was bedeutet das für Politik und Eltern? Politik: Setzen Sie auf nachhaltige Bildungsreformen, mehr Personal und eine bessere Ausstattung – und zwar jetzt, nicht erst in zehn Jahren. Eltern: Unterstützt eure Kinder dabei, neugierig zu bleiben und digitale Tools als Werkzeuge zu begreifen. Die digitale Transformation ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Lasst uns die Chancen nutzen, die in frühkindlicher Bildung und innovativer Technologie stecken. Wir brauchen mehr Mut zu Reformen, mehr Investitionen in die Jüngsten – und eine neue Aufmerksamkeit für dieses Zukunftsthema. 💛

Juli 2025 Der Übergang vom Sommer zum Herbst ist traditionell eine Zeit des Umbruchs in der Kitawelt. Während in einigen Bundesländern die wohlverdienten Sommerferien beginnen, startet andernorts bereits das neue Kitajahr. Es ist die perfekte Phase, um innezuhalten, zu reflektieren und Liegengebliebenes neu zu sortieren. Doch im Kita-Alltag stehen Teams bei Veränderungen oft vor einer metaphorischen Pfütze. Die Frage, die sich dann stellt: Bleiben wir zögernd davor stehen oder wagen wir den Sprung? Kinder überlegen nicht lange – sie nehmen Anlauf und springen mutig hinein. Genau diese kindliche Neugier und diesen Mut brauchen wir auch, wenn wir Kitas zukunftsfähig gestalten wollen. Veränderungen fühlen sich manchmal riesig an. Aber sie beginnen immer mit dem ersten Schritt, mit einem kleinen Sprung – und auch mal mit nassen Füßen. In einer meiner letzten Podcast-Folgen des KI.taqualität® - der Podcast haben es Anja Zettel und Kathrin Stojakovic sehr gut auf den Punkt gebracht und uns an ihrem Sprung in die Pfütze teilhaben lassen: Den Mut, KMK kinderzimmer von einer zentralen zu einer dezentralen Organisation zu entwickeln. Oder, in meinem gern herangezogenen Vergleich mit der Pflanzenwelt: „Die Pflanze sagt ja auch nicht, zack, isch bin feddisch – sondern sie wächst. Erst mit zwei kleinen Blättern, dann immer größer.“ Schritt für Schritt werden aus kleinen Anpassungen große Fortschritte – wie bei der Pflanze, die erst zwei Blätter hat und dann immer mehr wächst. Veränderungen im Team brauchen Zeit, Geduld und manchmal ein bisschen Mut – so wie beim Hineinspringen in eine Pfütze. Jeder Sprung und jedes kleine Blatt zeigen: Wir entwickeln uns weiter. Drei Impulse für Ihr „erstes kleines Blatt“ morgen Sie müssen nicht sofort die gesamte Struktur Ihrer Kita auf den Kopf stellen. Inspirierende Veränderung gelingt am besten durch Mikro-Schritte. Stellen Sie sich im Team folgende Fragen: Wo blockieren wir uns selbst aus Angst vor Fehlern? Wo stünde uns etwas mehr „kindlicher Pfützen-Mut“ gut zu Gesicht? Was ist das kleinste denkbare Projekt? Welches „erste Blatt“ können wir diese Woche pflanzen, ohne das Team zu überfordern? Wie feiern wir kleine Fortschritte? Schauen wir nur auf das Endziel oder schätzen wir bereits das Wachstum der ersten zwei Blätter? Fazit: Jeder Sprung zeigt Entwicklung Veränderungen im Team brauchen Zeit, Geduld und manchmal ein bisschen Mut. Doch jeder Sprung und jedes neue Blatt beweisen: Wir bleiben nicht stehen, wir entwickeln uns weiter. Jetzt sind Sie dran: Wo möchten Sie morgen den ersten Sprung wagen? Was könnte das „erste kleine Blatt“ in Ihrer Kita oder Ihrer Organisation sein?

10 Jahre Kita-Digitalisierung: Von der „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“ zu echter Transformation Hätten Sie gedacht, dass wir vor genau zehn Jahren noch darüber diskutiert haben, ob Kitas überhaupt eine digitale Infrastruktur brauchen? Als ich vor einer Dekade mit dem Traum begann, eine eigene Kita-App zu entwickeln, war die Rückmeldung aus den Einrichtungen ehrlich, direkt und ernüchternd: „Brauchen wir nicht, dafür haben wir doch eine WhatsApp-Eltern-Gruppe.“ Heute wissen wir: Diese privaten Gruppen haben ihren ganz eigenen Ruf weg – manche nennen sie nicht ganz unberechtigt die „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“. Doch sie waren damals der erste, pragmatische Versuch, Kommunikation zu beschleunigen. Seit diesem Startschuss begleite ich die digitale Transformation in Kitas in ganz unterschiedlichen Rollen: von der Geschäftsführung in Kitas über die Prozessbegleitung bei der Digitalisierung bis hin zu meiner heutigen Position. Nach 10 Jahren in diesem Bereich steht für mich eine Erkenntnis felsenfest: Digitalisierung ist kein Hexenwerk. Es sind die kleinen, mutigen Schritte, die den echten Unterschied im Alltag machen. Und ja, diese WhatsApp-Gruppen haben auch ihren ganz eigenen Ruf – manche nennen sie die „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“. Ein Spruch, der mir ein Schmunzeln entlockt und den man sich glatt an den Kühlschrank hängen könnte. Oder in wie vielen WA-Eltern-Gruppen tummelt ihr euch gerade? Seit diesem Start begleite ich die digitale Transformation in Kitas weiterhin in ganz unterschiedlichen Rollen: Von der Geschäftsführung in Kitas über das Begleiten beim Start in die digitale Transformation, bis hin zu meiner aktuellen Position. Was ich dabei immer wieder sehe: Digitalisierung ist kein Hexenwerk. Es sind oft die kleinen, mutigen Schritte, die einen echten Unterschied machen können – im Alltag, für Teams, Eltern und vor allem für die Kinder. Im Unikum-Blog teilen wir daher regelmäßig praktische und motivierende Beiträge, die genau zeigen, wie Digitalisierung im Kita-Alltag positiv wirken kann – verständlich, praxisnah und mit ganz viel Herz. ➡️ https://lnkd.in/dBd9etN3 Der perfekte Zeitpunkt, sich inspirieren zu lassen – denn: „Digitalisierung heißt nicht Dauerstrom, sondern öfter mal kurz durchatmen und neu starten.“ Ein Satz, den man wirklich gern öfter hören sollte. Also: Schaut gern mal im Blog vorbei und feiert mit mir diesen kleinen, aber feinen 10-jährigen Jubiläumsschritt der Digitalisierung in der Kita! Happy anniversary to me! 🫶

Bereits 2018 war ich im Austausch mit Bundestagsabgeordneten zum Thema Digitalpakt Kita. Kurzzeitig aufgegriffen, dann wieder verworfen, denn: Wer ist eigentlich zuständig? Mittlerweile haben Bildung und der frühkindliche Bereich zumindest das gleiche Haus auf Bundesebene im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, doch geändert hat sich wenig. Außer ein 4 Mrd. € Sondervermögen für Hochschulen vs. Kitas. Was wir in den ersten 6 Lebensjahren verpassen, holen wir nicht mehr auf. Das ist keine Meinung — das ist wissenschaftlicher Konsens. Und trotzdem behandeln wir Kitas wie eine Aufbewahrungsstelle, die man gelegentlich mit WLAN ausstattet, wenn gerade Geld übrig ist. Ich nenne das nicht Pech. Ich nenne das strukturelle Bildungsvergessenheit. Der #BildungsCrash ist kein Zufall. Er ist eine Folge von Entscheidungen. Jan-Martin Wiarda schreibt das Anfang März ganz treffend in seinem Blogbeitrag zur Verteilung des Sondervermögens: „Hier manifestiert sich ein gesellschaftlicher Trend, dessen Existenz sich immer weniger verleugnen lässt. Eine alternde Gesellschaft interessiert sich immer weniger für ihre eigene Zukunft, sprich: die immer kleiner werdende junge Generation." Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines strukturellen Ungleichgewichts: Hochschulen sind politisch besser organisiert. Kitas sind fragmentiert, unterfinanziert — und haben keine Lobby, die auf Augenhöhe spricht. Wer in den ersten Lebensjahren nicht investiert, investiert später das Dreifache — in Förderung, Therapie, Nachholen. Das ist kein Meinung. Das ist Bildungsökonomie. Der #BildungsCrash ist kein Zufall. Er ist eine politische Entscheidung. Und ich weigere mich, so zu tun, als wäre das normal. „Christian" war 2022 der meist verbreitete Name unter Vorständen, mein Blogbeitrag hierzu vom 20. Mai aktueller denn je.

Die Digitalisierung ist längst Teil unseres Alltags, und auch in Kitas gewinnt sie zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um den Einsatz von Tablets oder Apps, sondern um die Chance, frühkindliche Bildung gezielt zu unterstützen und gleichzeitig die Qualität der pädagogischen Arbeit zu steigern.

Für einen erfolgreichen Start und die ersten Schritte in Richtung Digitalisierung braucht man als Leitung und Team vor allem eines: Klarheit. Eine digitale Kita aufzubauen und zu führen darf nie den Fokus von dem abwenden, was die wichtigste aller Aufgaben ist: die Bildung, Förderung, Entwicklung und Betreuung der Kinder in der Kita – und die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Genau hier setzt meine Reihe an: 22 Buchstaben. 22 Schlüsselbegriffe. 22 Impulse für digitale Kita-Führung und eine zukunftsorientierte Kita. Digitale Transformation in Kitas beginnt nicht mit der perfekten Software, sondern mit Menschen, die sich trauen, kleine Schritte zu gehen. Mit Leitungen, die zuhören. Teams, die Unterschiede nicht wegdrücken, sondern nutzen. Und mit der Einsicht: Digitalisierung ist kein Extra-Projekt, sondern Teil guter Kita-Qualität – heute und morgen. In meinen LinkedIn-Impulsen und hier im Blog lade ich dazu ein, digitale Entwicklung menschenzentriert zu denken: als gemeinsamen Prozess aus Dialog, Integration, Innovation, Generationenvielfalt, Teamkultur – und vielen weiteren Begriffen, die wir nach und nach miteinander erkunden. Jede Woche kommt ein weiterer Buchstabe hinzu – mit einem kurzen Impuls, einer Einordnung aus dem Alltag und einem kleinen Auftrag, den Leitungen direkt mit in ihre Woche nehmen können. Im Folgenden habe ich alle bisher veröffentlichten Impulse verlinkt – und ergänze sie fortlaufend: >> Für mehr Struktur in diesem Marathon kann ich meine Kita Canvas empehlen, die man sich hier kostenlos als pdf herunterladen kann.<<



