Nach dem PISA-Schock: Warum wir den #BildungsCrash nur in den Kitas stoppen können

Sabine Hagen • 9. September 2026

Die erste Welle der Empörung über die neuen PISA-Ergebnisse ebbt langsam ab. Schlagzeilen wurden gedruckt, politische Schuldzuweisungen ausgetauscht und Zeigefinger geschwenkt. Wie alle paar Jahre. Doch wenn der Nebel der ersten Aufregung sich lichtet, bleibt eine unbequeme Wahrheit stehen.

Ich selbst war 14 Jahre alt, als 2000 die allererste PISA-Studie durchgeführt wurde. Es war der Moment, der als „PISA-Schock“ durch Deutschland ging – das erste Mal hielt uns eine Studie den Spiegel vor und zeigte ungeschönt, was in unserem Bildungssystem tatsächlich passiert.

Natürlich waren mir die politischen Ergebnisse und Statistiken mit 14 Jahren noch nicht in ihrer vollen Tragweite bewusst. Aber was es in der Praxis bedeutete, habe ich am eigenen Leib gespürt: Ich weiß aus eigener Erfahrung nur zu gut, wie es ist, wenn man zu Hause nicht die Unterstützung erfährt wie andere und man sich selbst durchbeißen muss.

Genau deshalb schmerzen mich die heutigen Zahlen doppelt. Die aktuellen Ergebnisse schockieren einerseits – andererseits zeigen sie doch genau das auf, was viele, wie auch ich, in den letzten Jahren haben kommen sehen: den #BildungsCrash. Deutlicher wird es nicht.


Die nackten Zahlen: Der Blick in den offiziellen OECD-Bericht

Ein Blick in die Daten des offiziellen OECD-Berichts (PISA 2025 Results – Volume I) zeigt, dass es sich keineswegs um statistische Schwankungen handelt, sondern um strukturelle Probleme über alle drei Kernbereiche hinweg:

  • Naturwissenschaften (Science – Hauptdomäne 2025): Obwohl die Naturwissenschaften der diesjährige Schwerpunkt der PISA-Erhebung waren, setzt sich der Trend der letzten Jahre fort: Deutschland fällt mit 486 Punkten (-7 Punkte gegenüber 2022) weiter ab. Ein alarmierender Anteil von 20,7 % der 15-Jährigen verfehlt inzwischen in allen drei Hauptfächern gleichzeitig die grundlegende Kompetenzstufe 2. Das bedeutet: Mehr als jeder fünfte Jugendliche ist nicht in der Lage, einfache naturwissenschaftliche Phänomene zu erklären, wissenschaftliche Fragestellungen zu erkennen oder Daten kritisch zu hinterfragen. In einer digitalisierten und technologisch geprägten Welt ist das ein verheerendes Signal.
  • Mathematik: Mathematik bleibt eine akute Baustelle unseres Schulsystems. Nach den Leistungsrückgängen der letzten Erhebungen verharren die Leistungen mit 464 Punkten (-11 Punkte seit 2022) auf historisch niedrigem Niveau. Rund ein Fünftel der Jugendlichen scheitert an grundlegenden mathematischen Aufgaben des Alltags – wie dem Vergleichen von Preisen, dem Umrechnen von Währungen oder dem Ablesen einfacher Diagramme.
  • Lesekompetenz: Ähnlich düster sieht es beim Lesen aus: Deutschland verzeichnet hier mit 465 Punkten den stärksten Rückgang (-15 Punkte im Vergleich zu 2022). Den betroffenen Jugendlichen fehlt die notwendige Lesekompetenz, um die Kernbotschaft eines längeren Textes zu erfassen, Informationen zu verknüpfen oder Fachtexte von Meinungsbeiträgen zu unterscheiden. Wenn jedem fünften Jugendlichen diese Basiskompetenz fehlt, ist damit nicht nur der Schulerfolg gefährdet, sondern die gesellschaftliche und digitale Teilhabe insgesamt.


Der unbarmherzige Herkunftsfaktor (Chancengerechtigkeit)

Was besonders wiegt: Der Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status der Eltern und den schulischen Leistungen der Kinder ist in Deutschland nach wie vor drastisch stärkere ausgeprägt als im OECD-Durchschnitt. In Deutschland lassen sich 19,0 % der Leistungsvarianz in den Naturwissenschaften durch die sozioökonomische Herkunft erklären (OECD-Durchschnitt: 11,6 %).

Der Leistungsabstand zwischen sozioökonomisch begünstigten und benachteiligten Jugendlichen beträgt in Deutschland im Bereich Naturwissenschaften 125 Punkte (OECD-Durchschnitt: 85 Punkte). Da in PISA etwa 20 Punkte dem durchschnittlichen Lernfortschritt eines Schuljahres entsprechen, hinken benachteiligte Jugendliche ihren privilegierten Gleichaltrigen um umgerechnet über sechs Schuljahre hinterher. Nur 8,5 % der benachteiligten Schüler*innen schaffen trotz schwieriger Startbedingungen den Sprung in die oberste Leistungsgruppe (schulische Resilienz; OECD-Durchschnitt: 11,9 %). Wer aus einem einkommensschwachen Elternhaus kommt, kämpft gegen ein System, das Ungleichheit eher zementiert als ausgleicht.


Die wahre Nachricht hinter den Punkten

Ein Zitat von Francesco Avvisati (OECD, Ko-Autor der PISA-Studie), bringt auf den Punkt, worum es in dieser Debatte eigentlich gehen sollte:


„Die eigentliche Nachricht sind nicht die verlorenen Punkte. [...] Immer mehr junge Leute liegen mit 15 noch unter dem Grundkompetenzniveau. Sie verlieren die Neugier und zunehmend auch den Glauben daran, dass sich Bildung lohnt.“

Das zeigen die Daten unmissverständlich und Francesco Avvisati geht noch weiter: Wir haben nicht nur ein Leistungsproblem, sondern ein tiefgreifendes Sinn- und Aufmerksamkeitsdefizit.

  • Bildung braucht Medien- und Lesekompetenz: In einer Welt voller Fehlinformationen und Desinformation ist sorgfältiges Lesen keine schulische Nebensache, sondern eine demokratische Überlebensbedingung.
  • Bildung braucht Beziehung und Aufmerksamkeit: Der Anteil der Jugendlichen, deren Eltern regelmäßig nachfragen, was sie in der Schule gemacht haben, ist spürbar zurückgegangen. Das verweist auf etwas Grundsätzliches – denn Bildung braucht Aufmerksamkeit und das Gefühl, dass Lernen auch für andere wichtig ist.


Die Symptome bekämpfen reicht nicht mehr

Seit 25 Jahren versuchen wir, dieses Problem erst im Schulsystem zu reparieren. Doch Neugier, Sprachverständnis, Medienkompetenz und das Gefühl von Selbstwirksamkeit entstehen nicht erst mit 15 Jahren und auch nicht mit dem Eintritt in die Grundschule.

Wenn Kinder schon in den ersten Lebensjahren keine verlässliche Lernbegleitung und Beziehungsarbeit erfahren, lässt sich dieser Rückstand später nur noch unter extremem Kraftaufwand aufholen. Die Startchancen werden in der Kita verteilt.


Der Blick über den Tellerrand: Skandinavien vs. Deutschland

Durch meine tägliche Arbeit an der Schnittstelle zwischen skandinavischen Bildungsansätzen und der deutschen Kita-Landschaft bei Unikum wandert mein Blick fast automatisch nach Norden. Für mich treffen hier zwei völlig unterschiedliche Haltungen aufeinander:

  • Die skandinavische Haltung: Ein konsequenter Fokus auf das Wohl des Kindes, die aktive Einbindung der Familien und eine gelebte, systematische Qualitätsentwicklung (systematisk kvalitetssäkring).
  • Die deutsche Realität: Wo wir auch 25 Jahre nach dem ersten PISA-Schock noch krampfhaft nach bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards suchen und uns in bürokratischen Zuständigkeiten verheddern.

Der regelmäßige Austausch mit skandinavischen Bildungsexpertinnen und -experten macht deutlich: Wir müssen aufhören, Probleme nur zu verwalten. Es braucht praxistaugliche Lösungen, die Einrichtungen im Alltag wirklich befähigen.


Wie Technologie und Pädagogik zusammenfinden

Genau an dieser Schnittstelle setzt auch die Arbeit in unserer Kinder, Kita & KI-Community an. Wir dürfen digitale Tools und Künstliche Intelligenz niemals als Selbstzweck verstehen. Es geht darum, Technologie als Hebel zu nutzen: für spürbare administrative Entlastung und für eine moderne, datengestützte Qualitätsentwicklung.


Wenn wir Pädagoginnen und Pädagogen von bürokratischem Ballast befreien, schaffen wir das, was im Kita-Alltag am meisten fehlt: Zeit. Zeit für echte Beziehungsarbeit, für das Aufgreifen von Kinderfragen und für eine individuelle Förderung in den prägendsten Lebensjahren.


Der #BildungsCrash ist keine Naturkatastrophe – er ist das Ergebnis jahrelanger struktureller Versäumnisse. Doch wir können ihn stoppen, wenn wir aufhören zu lamentieren und dort investieren, wo Bildung und Entwicklung beginnen: in den Kitas.


von Sabine Hagen 28. Juni 2026
„Investieren wir in die Wachstumsbereitschaft der Kitas und geben ihnen die Unterstützung, die sie ganz individuell für ihr Wachstum benötigen, so werden wir eine blühende Landschaft voller Vielfalt sehen.“
von Sabine Hagen 18. Juni 2026
Wer die Zukunft der frühen Bildung entwickeln möchte, muss die Vergangenheit verstehen.
von Sabine Hagen 14. Juni 2026
In der Krise zu verharren und zu verwalten, führt in die Überlastung. Jetzt ist die Zeit, Strukturen radikal zu hinterfragen.  Aus Krisen entsteht der größte Innovationsdruck – auch für Kita-Teams und Träger.
von Sabine Hagen 11. Juni 2026
Deutschland steckt in einer Kita-Krise: Hundertausende Erzieher:innen fehlen bundesweit. Dieser dramatische Fachkräftemangel überlastet nicht nur die verbliebenen Fachkräfte, sondern gefährdet auch die Gesundheit und Bildung unserer Kinder. Je mehr Kinder von einer einzelnen Fachkraft betreut werden müssen, desto weniger Zeit bleibt für individuelle Förderung – ein entscheidender Faktor für die Entwicklung unserer Kleinsten. Die Abwärtsspirale: Überlastung führt zu noch mehr Ausfällen Die Folgen sind alarmierend: Kinder in überfüllten Gruppen erkranken häufiger, und überarbeitete Erzieher:innen melden sich krank. Das führt zu einer Abwärtsspirale – die Qualität der Betreuung sinkt weiter. Langfristig bedeutet das schlechtere Bildungschancen, weniger soziale Förderung und höhere gesellschaftliche Kosten und ein #BildungsCrash mit Ansage. Eltern spüren diese Krise täglich: Sie müssen die Betreuungslücken füllen, was zu mehr Stress und finanziellen Belastungen führt: Sinkende Betreuungsqualität: Wenn eine Fachkraft zu viele Kinder gleichzeitig im Blick behalten muss, verkommt der Bildungsauftrag zur reinen "Verwahrung". Pädagogische Angebote fallen als Erstes weg. Steigender Krankenstand: Die verbliebenen Erzieher:innen arbeiten permanent an der Belastungsgrenze. Die Folge: Überarbeitete Fachkräfte melden sich häufiger krank, was den Druck auf das verbleibende Team weiter erhöht. Höheres Infektionsrisiko: In überfüllten, unterbesetzten Gruppen steigt nachweislich auch die Infektionsrate bei den Kindern – ein Teufelskreis aus Krankheitswellen beginnt. Ein umfassender Bericht des Recherchezentrums CORRECTIV zeigte bereits Ende 2023 das ganze Ausmaß dieser Krise auf und machte deutlich: Wir steuern sehenden Auges auf einen bildungspolitischen Kollaps zu. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten Die Kita-Krise ist längst kein reines "Kita-Thema" mehr, sondern belastet die gesamte Gesellschaft: Schlechtere Bildungschancen: Frühkindliche Bildung legt das Fundament für die spätere Schullaufbahn. Fehlt diese Basis, drohen langfristig weniger soziale Förderung und höhere gesellschaftliche Folgekosten. Enormer Druck auf Eltern: Eltern spüren diese Krise täglich am eigenen Leib. Spontane Kita-Schließungen oder verkürzte Öffnungszeiten bedeuten, dass Eltern Betreuungslücken im Alltag selbst füllen müssen. Das führt zu permanentem Stress, mentaler Überlastung und nicht selten zu finanziellen Einbußen, wenn Arbeitszeiten reduziert werden müssen. Der Ausweg: Drei Hebel gegen den Kollaps Die Krise ist akut, aber sie ist nicht unlösbar. Um das System nachhaltig zu stabilisieren, muss an drei wesentlichen Stellschrauben gedreht werden: 1. Offensive in der Ausbildung Die Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher muss attraktiver und finanziell vergütet werden. Hürden für Quereinsteiger müssen sinken, ohne dabei die pädagogischen Standards zu untergraben. 2. Verbesserung der Arbeitsbedingungen Bessere Personalschlüssel, Entlastung von bürokratischen Aufgaben durch Verwaltungskräfte und eine faire, leistungsgerechte Bezahlung sind der Schlüssel, um Fachkräfte im Beruf zu halten. Für interne Herausforderungen oder Ideen habe ich die Kita Canvas entwickelt. Hier geht's zum Blogbeitrag . 3. Konsequente Investitionen der Politik Jeder Euro, den wir heute in die frühkindliche Bildung investieren, spart der Gesellschaft in der Zukunft ein Vielfaches an Reparaturkosten. Die Politik auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene muss endlich echte Verantwortung übernehmen und die Krise mit oberster Priorität bewältigen. Fazit: Es ist eine Investition in unser aller Zukunft Wenn wir heute nicht handeln, riskieren wir die Zukunft einer ganzen Generation. Eine starke Wirtschaft und eine gesunde Gesellschaft funktionieren nur mit einem stabilen Fundament – und dieses Fundament wird in unseren Kitas gelegt.
von Sabine Hagen 11. Juni 2026
Frühkindliche Bildung ist mehr als Betreuung: Sie ist der erste Schritt zu Chancengleichheit, Resilienz und den Kompetenzen, die wir in einer mehr und mehr digitalen Welt dringend brauchen. Die Grundlagen für New Work, Future Skills und Sozialkompetenzen werden bereits in den ersten Lebensjahren gelegt. Doch wir stehen vor einer großen Herausforderung: Der aktuelle #BildungsCrash beeinflusst die Entwicklung unserer Kinder nachhaltig. Wie jüngst im Spiegel berichtet, fehlen gerade in Westdeutschland massiv Kitaplätze, und der Personalnotstand verschiebt sich zunehmend in die Grundschulen. Immer mehr Kinder erhalten nicht die Förderung, die sie für einen erfolgreichen Bildungsweg brauchen. Diese Entwicklung ist fatal – denn digitale Kompetenzen, Kreativität und soziale Fähigkeiten werden bereits in der frühen Kindheit, auch durch die Kitas, angelegt. Technologische Innovationen wie u. a. Googles Veo 3 zeigen, wie schnell sich Arbeits- und Lebenswelten verändern. Die Digitalisierung erfordert nicht nur technische, sondern vor allem soziale und kognitive Fähigkeiten: Empathie, Resilienz und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Diese „Future Skills“ werden in Kitas bereits gefördert – doch wir müssen sie erkennen, wertschätzen und weiterentwickeln. Die digitale Transformation mag manchmal überwältigend wirken – vor allem, wenn die Rahmenbedingungen nicht ideal sind. Doch inspirierende Veränderung beginnt im Kleinen: Schon ein kurzer Austausch im Team, ein gemeinsames Ausprobieren neuer Ideen oder das Teilen von Erfolgsgeschichten kann viel bewirken. Es geht nicht darum, alles auf einmal zu schaffen. Jeder kleine Schritt zählt und inspiriert andere. Was bedeutet das für Politik und Eltern? Politik: Setzen Sie auf nachhaltige Bildungsreformen, mehr Personal und eine bessere Ausstattung – und zwar jetzt, nicht erst in zehn Jahren. Eltern: Unterstützt eure Kinder dabei, neugierig zu bleiben und digitale Tools als Werkzeuge zu begreifen. Die digitale Transformation ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Lasst uns die Chancen nutzen, die in frühkindlicher Bildung und innovativer Technologie stecken. Wir brauchen mehr Mut zu Reformen, mehr Investitionen in die Jüngsten – und eine neue Aufmerksamkeit für dieses Zukunftsthema. 💛
von Sabine Hagen 11. Juni 2026
Juli 2025 Der Übergang vom Sommer zum Herbst ist traditionell eine Zeit des Umbruchs in der Kitawelt. Während in einigen Bundesländern die wohlverdienten Sommerferien beginnen, startet andernorts bereits das neue Kitajahr. Es ist die perfekte Phase, um innezuhalten, zu reflektieren und Liegengebliebenes neu zu sortieren. Doch im Kita-Alltag stehen Teams bei Veränderungen oft vor einer metaphorischen Pfütze. Die Frage, die sich dann stellt: Bleiben wir zögernd davor stehen oder wagen wir den Sprung? Kinder überlegen nicht lange – sie nehmen Anlauf und springen mutig hinein. Genau diese kindliche Neugier und diesen Mut brauchen wir auch, wenn wir Kitas zukunftsfähig gestalten wollen. Veränderungen fühlen sich manchmal riesig an. Aber sie beginnen immer mit dem ersten Schritt, mit einem kleinen Sprung – und auch mal mit nassen Füßen. In einer meiner letzten Podcast-Folgen des KI.taqualität® - der Podcast haben es Anja Zettel und Kathrin Stojakovic sehr gut auf den Punkt gebracht und uns an ihrem Sprung in die Pfütze teilhaben lassen: Den Mut, KMK kinderzimmer von einer zentralen zu einer dezentralen Organisation zu entwickeln. Oder, in meinem gern herangezogenen Vergleich mit der Pflanzenwelt: „Die Pflanze sagt ja auch nicht, zack, isch bin feddisch – sondern sie wächst. Erst mit zwei kleinen Blättern, dann immer größer.“ Schritt für Schritt werden aus kleinen Anpassungen große Fortschritte – wie bei der Pflanze, die erst zwei Blätter hat und dann immer mehr wächst. Veränderungen im Team brauchen Zeit, Geduld und manchmal ein bisschen Mut – so wie beim Hineinspringen in eine Pfütze. Jeder Sprung und jedes kleine Blatt zeigen: Wir entwickeln uns weiter. Drei Impulse für Ihr „erstes kleines Blatt“ morgen Sie müssen nicht sofort die gesamte Struktur Ihrer Kita auf den Kopf stellen. Inspirierende Veränderung gelingt am besten durch Mikro-Schritte. Stellen Sie sich im Team folgende Fragen: Wo blockieren wir uns selbst aus Angst vor Fehlern? Wo stünde uns etwas mehr „kindlicher Pfützen-Mut“ gut zu Gesicht? Was ist das kleinste denkbare Projekt? Welches „erste Blatt“ können wir diese Woche pflanzen, ohne das Team zu überfordern? Wie feiern wir kleine Fortschritte? Schauen wir nur auf das Endziel oder schätzen wir bereits das Wachstum der ersten zwei Blätter? Fazit: Jeder Sprung zeigt Entwicklung Veränderungen im Team brauchen Zeit, Geduld und manchmal ein bisschen Mut. Doch jeder Sprung und jedes neue Blatt beweisen: Wir bleiben nicht stehen, wir entwickeln uns weiter. Jetzt sind Sie dran: Wo möchten Sie morgen den ersten Sprung wagen? Was könnte das „erste kleine Blatt“ in Ihrer Kita oder Ihrer Organisation sein?
von Sabine Hagen 11. Juni 2026
10 Jahre Kita-Digitalisierung: Von der „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“ zu echter Transformation Hätten Sie gedacht, dass wir vor genau zehn Jahren noch darüber diskutiert haben, ob Kitas überhaupt eine digitale Infrastruktur brauchen? Als ich vor einer Dekade mit dem Traum begann, eine eigene Kita-App zu entwickeln, war die Rückmeldung aus den Einrichtungen ehrlich, direkt und ernüchternd: „Brauchen wir nicht, dafür haben wir doch eine WhatsApp-Eltern-Gruppe.“ Heute wissen wir: Diese privaten Gruppen haben ihren ganz eigenen Ruf weg – manche nennen sie nicht ganz unberechtigt die „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“. Doch sie waren damals der erste, pragmatische Versuch, Kommunikation zu beschleunigen. Seit diesem Startschuss begleite ich die digitale Transformation in Kitas in ganz unterschiedlichen Rollen: von der Geschäftsführung in Kitas über die Prozessbegleitung bei der Digitalisierung bis hin zu meiner heutigen Position. Nach 10 Jahren in diesem Bereich steht für mich eine Erkenntnis felsenfest: Digitalisierung ist kein Hexenwerk. Es sind die kleinen, mutigen Schritte, die den echten Unterschied im Alltag machen. Und ja, diese WhatsApp-Gruppen haben auch ihren ganz eigenen Ruf – manche nennen sie die „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“. Ein Spruch, der mir ein Schmunzeln entlockt und den man sich glatt an den Kühlschrank hängen könnte. Oder in wie vielen WA-Eltern-Gruppen tummelt ihr euch gerade? Seit diesem Start begleite ich die digitale Transformation in Kitas weiterhin in ganz unterschiedlichen Rollen: Von der Geschäftsführung in Kitas über das Begleiten beim Start in die digitale Transformation, bis hin zu meiner aktuellen Position. Was ich dabei immer wieder sehe: Digitalisierung ist kein Hexenwerk. Es sind oft die kleinen, mutigen Schritte, die einen echten Unterschied machen können – im Alltag, für Teams, Eltern und vor allem für die Kinder. Im Unikum-Blog teilen wir daher regelmäßig praktische und motivierende Beiträge, die genau zeigen, wie Digitalisierung im Kita-Alltag positiv wirken kann – verständlich, praxisnah und mit ganz viel Herz. ➡️ https://lnkd.in/dBd9etN3 Der perfekte Zeitpunkt, sich inspirieren zu lassen – denn: „Digitalisierung heißt nicht Dauerstrom, sondern öfter mal kurz durchatmen und neu starten.“ Ein Satz, den man wirklich gern öfter hören sollte. Also: Schaut gern mal im Blog vorbei und feiert mit mir diesen kleinen, aber feinen 10-jährigen Jubiläumsschritt der Digitalisierung in der Kita! Happy anniversary to me! 🫶
von Sabine Hagen 11. Juni 2026
Bereits 2018 war ich im Austausch mit Bundestagsabgeordneten zum Thema Digitalpakt Kita. Kurzzeitig aufgegriffen, dann wieder verworfen, denn: Wer ist eigentlich zuständig? Mittlerweile haben Bildung und der frühkindliche Bereich zumindest das gleiche Haus auf Bundesebene im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, doch geändert hat sich wenig. Außer ein 4 Mrd. € Sondervermögen für Hochschulen vs. Kitas. Was wir in den ersten 6 Lebensjahren verpassen, holen wir nicht mehr auf. Das ist keine Meinung — das ist wissenschaftlicher Konsens. Und trotzdem behandeln wir Kitas wie eine Aufbewahrungsstelle, die man gelegentlich mit WLAN ausstattet, wenn gerade Geld übrig ist. Ich nenne das nicht Pech. Ich nenne das strukturelle Bildungsvergessenheit. Der #BildungsCrash ist kein Zufall. Er ist eine Folge von Entscheidungen. Jan-Martin Wiarda schreibt das Anfang März ganz treffend in seinem Blogbeitrag zur Verteilung des Sondervermögens: „Hier manifestiert sich ein gesellschaftlicher Trend, dessen Existenz sich immer weniger verleugnen lässt. Eine alternde Gesellschaft interessiert sich immer weniger für ihre eigene Zukunft, sprich: die immer kleiner werdende junge Generation." Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines strukturellen Ungleichgewichts: Hochschulen sind politisch besser organisiert. Kitas sind fragmentiert, unterfinanziert — und haben keine Lobby, die auf Augenhöhe spricht. Wer in den ersten Lebensjahren nicht investiert, investiert später das Dreifache — in Förderung, Therapie, Nachholen. Das ist kein Meinung. Das ist Bildungsökonomie. Der #BildungsCrash ist kein Zufall. Er ist eine politische Entscheidung. Und ich weigere mich, so zu tun, als wäre das normal. „Christian" war 2022 der meist verbreitete Name unter Vorständen, mein Blogbeitrag hierzu vom 20. Mai aktueller denn je.
von Sabine Hagen 11. Juni 2026
Die Digitalisierung ist längst Teil unseres Alltags, und auch in Kitas gewinnt sie zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um den Einsatz von Tablets oder Apps, sondern um die Chance, frühkindliche Bildung gezielt zu unterstützen und gleichzeitig die Qualität der pädagogischen Arbeit zu steigern.
von Sabine Hagen 11. Juni 2026
Was brauchen Kinder, um zu wachsen? Was braucht ein Team, um stark zu bleiben? Und was braucht frühkindliche Bildung, um sich weiterzuentwickeln?