Warum wir in Deutschland ein Kinderministerium benötigen
Sabine Hagen • 23. Februar 2023
Wer die Schlagzeilen in den letzten Wochen und Monaten verfolgt hat, dem wurde schnell eines klar: Deutschland hat ein Problem mit Kindern.
Der Föderalismus tut sein Übriges. Zwischen Digitalpakt Schule, aber keinem Digitalpakt für Kitas, dem Sprachgebrauch von Betreuung in Kitas, aber von Mittagsbetreuung in der Schule und der Forderung nach einem "Bildungsfonds", der vermutlich ebenfalls wieder die Kleinsten in der Gesellschaft außer Acht lässt, gehen weitere folgendschwere Herausforderungen einher:
Kinderarmut – Depressionen und Ängste bei Kindern – Kinderrechte – Bildungssystem,
um nur ein paar Buzzwords zu nennen.
Die Probleme, aber vor allem die weitreichenden Folgen, die sich aus den aktuellen Herausforderungen im Jahr 2023 und dadurch für die Zukunft ergeben (werden) sind immens:
Fakt 1)
Wer in jungen Jahren eine Psychotherapie benötigt hat ein massives Problem in den späteren, berufstätigen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. Dieses Problem ist seit Jahren bekannt und wird die Kinder und Jugendlichen, die aktuell auf Grund der Corona-Pandemie massive psychische Probleme haben, vor gravierende Schwierigkeiten im späteren Berufsleben stellen (1).
Fakt 2)
„Die frühe Kindheit ist eine besonders sensible Phase rasanter körperlicher, kognitiver, sozialer und emotionaler Entwicklung. In diesen ersten Jahren werden die Grundlagen für späteres Lernen gelegt. Frühkindliche Förderung und Erziehung besitzt somit ein besonderes Potenzial für die Entwicklung eines Kindes und den lebenslangen Lernprozess.“ (UNESCO)
Als Global Goal bis 2030 gilt:
„4.2
Bis 2030 allen Mädchen und Jungen den Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung sichern, die ihnen einen erfolgreichen Übergang in die Schule ermöglichen.“ Doch in Deutschland wird nicht von der frühkindlichen Bildung, sondern von der Betreuung gesprochen, die einem Zweck dient: Nämlich dass Arbeitnehmer*innen ihrer Arbeit nachgehen können.
Fakt 3)
Im Marketing wird von der „Generation alpha“ gesprochen. Die Altersgruppe, der in den Jahren 2010-2025 geborenen Menschen. Als erste und bis lang einzige Generation die komplett im 21. Jahrhundert aufwächst und für die die Digitalisierung kein Neuland ist. „2025, wenn das letzte Generation-Alpha-Baby das Licht der Welt erblickt, werden sie 2,5 Milliarden Menschen stellen. Sie bis dahin im Marketing zu ignorieren, wäre schlicht: dumm. (2)“ Ein ignorieren dieser kleinen Menschen und deren Rechte, auch auf zeitgemäße Bildung und Werkzeuge ebenfalls.
In den letzten Wochen und Monaten spitzt sich nicht nur die Situation in der frühkindlichen Bildung zu. Kinder, deren Rechte, aber vor allem die psychische Gesundheit, sind nach wie vor Themen wie wir sehen, die zu oft vergessen oder ignoriert werden. Werfen wir ein Blick in den weiteren Bildungsverlauf und die unterschiedlichen Bereiche, in welchen Kinder ab Geburt „unterwegs“ sind, dann gebe ich folgende Bereiche zur Diskussion (ein erster Entwurf versteht sich), die in meinen Augen in einem eigenständigen Kinder(- und Jugend-)ministerium auf Bundesebene verankert sein sollten:
1. Kinderrechte und -grundsicherung
Kinderrechte müssen im Grundgesetz verankert und eine Umsetzung/Einhaltung der Rechte bundesweit verfolgt werden. Des Weiteren gilt es Kinder finanziell abzusichern und die Kindergrundsicherung weiter zu forcieren.
2. Bildung
Von Geburt bis zum Ende der schulischen Bildung benötigt es eine gemeinsame Kraftanstrengung und entsprechende Weiterentwicklung des deutschen Bildungssystems. Hierzu zählen ebenfalls die Bereiche des Qualitätsmanagements, sowie der Transfer von Forschung und Praxis.
3. Resilienz
Mehr Aufmerksamkeit und zusätzliche Investitionen in den Bereich Resilienz für die zuständige Altersgruppe. Siehe Fakt 1)
4. Prävention (ganzheitlich)
Fokus auf die psychische und physische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Siehe Fakt 1).
5. Organisationsentwicklung
Basierend auf den unterschiedlichen Generationen (Stichwort: „Gen alpha“) müssen Bildungseinrichtungen und die entsprechenden Ausbildungsgänge weiterentwickelt, angepasst und mit zeitgemäßen Werkzeugen ausgestattet werden. Parallel dazu werden Kollaborationen in Ausbildungsstätten und Wirtschaftsunternehmen aufgebaut, um lebenslanges Lernen und den beruflichen Erfolg dieser Generationen zu ermöglichen (Lernräume schaffen, etc.).
6. Umwelt
Kinder und Jugendliche sind die Generationen, die mit den ökologischen Entscheidungen der älteren Generationen umgehen müssen und massiv vom Klimawandel betroffen sein werden. Neben der Verankerung von BNE im Bildungsbereich ist eine Mitsprache des Kinderministeriums, der jungen Generationen auch auf politischer Ebene wichtig, da sie noch nicht wahlberechtigt sind.
Es wurde kein Alt-Text für dieses Bild angegeben.
Kinderministerium Deutschland - Sabine Hagen
Nun könnte man meinen, was braucht es dafür ein eigenständiges Ministerium, wenn die einzelnen Bereiche doch bereits gut in den anderen Ministerien auf Bundes- oder Länderebene aufgehoben sind.... sind sie das wirklich?
Wichtig ist hier noch die Erklärung aus Tashkent vom 16. November 2022 zu erwähnen und deren Fokus auf die frühkindliche Bildung, sowie die Forderung nach Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte und Forderung von Innovationen aus wissenschaftlicher Forschung, um den Bereich einer erfolgreichen Transformation zu unterziehen :
"9. Clarifying the scope and definition of ECCE as follows: (1) early childhood encompasses the period up to age 8, (2) ECCE recognizes the holistic nature of child development, encompassing early cognitive and social development, which requires foundational learning, responsive care, nutrition, health, safety, protection, and play, and (3) ECCE contributes to an individual’s well-being and capacity to learn, school readiness, academic achievement, lifelong learning, and meaningful employment and, within society, greater gender equality, sustainable development, and global citizenship." (3)
Ich freue mich auf die Diskussion und Meinungen.
#KinderMinisterium #NewKita
-------
Quellen:
(1) https://www.watson.de/leben/nah%20dran/361850161-therapie-wird-bei-bu-versicherung-zum-verhaengnis-ein-drastischer-schritt-hilft , https://www.br.de/nachrichten/bayern/depressionen-aengste-psychische-probleme-schulpsychologen-alarm,TVrRxY1
(2) https://www.wuv.de/Exklusiv/Specials/Agile-Marktforschung/Wer-ist-eigentlich-diese-Generation-Alpha)
(3) https://euimg.vfairs.com/uploads/vjfnew/10000082/content/files/1668595494tashkent-declaration-en-pdf1668595494.pdf
Der Föderalismus tut sein Übriges. Zwischen Digitalpakt Schule, aber keinem Digitalpakt für Kitas, dem Sprachgebrauch von Betreuung in Kitas, aber von Mittagsbetreuung in der Schule und der Forderung nach einem "Bildungsfonds", der vermutlich ebenfalls wieder die Kleinsten in der Gesellschaft außer Acht lässt, gehen weitere folgendschwere Herausforderungen einher:
Kinderarmut – Depressionen und Ängste bei Kindern – Kinderrechte – Bildungssystem,
um nur ein paar Buzzwords zu nennen.
Die Probleme, aber vor allem die weitreichenden Folgen, die sich aus den aktuellen Herausforderungen im Jahr 2023 und dadurch für die Zukunft ergeben (werden) sind immens:
Fakt 1)
Wer in jungen Jahren eine Psychotherapie benötigt hat ein massives Problem in den späteren, berufstätigen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. Dieses Problem ist seit Jahren bekannt und wird die Kinder und Jugendlichen, die aktuell auf Grund der Corona-Pandemie massive psychische Probleme haben, vor gravierende Schwierigkeiten im späteren Berufsleben stellen (1).
Fakt 2)
„Die frühe Kindheit ist eine besonders sensible Phase rasanter körperlicher, kognitiver, sozialer und emotionaler Entwicklung. In diesen ersten Jahren werden die Grundlagen für späteres Lernen gelegt. Frühkindliche Förderung und Erziehung besitzt somit ein besonderes Potenzial für die Entwicklung eines Kindes und den lebenslangen Lernprozess.“ (UNESCO)
Als Global Goal bis 2030 gilt:
„4.2
Bis 2030 allen Mädchen und Jungen den Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung sichern, die ihnen einen erfolgreichen Übergang in die Schule ermöglichen.“ Doch in Deutschland wird nicht von der frühkindlichen Bildung, sondern von der Betreuung gesprochen, die einem Zweck dient: Nämlich dass Arbeitnehmer*innen ihrer Arbeit nachgehen können.
Fakt 3)
Im Marketing wird von der „Generation alpha“ gesprochen. Die Altersgruppe, der in den Jahren 2010-2025 geborenen Menschen. Als erste und bis lang einzige Generation die komplett im 21. Jahrhundert aufwächst und für die die Digitalisierung kein Neuland ist. „2025, wenn das letzte Generation-Alpha-Baby das Licht der Welt erblickt, werden sie 2,5 Milliarden Menschen stellen. Sie bis dahin im Marketing zu ignorieren, wäre schlicht: dumm. (2)“ Ein ignorieren dieser kleinen Menschen und deren Rechte, auch auf zeitgemäße Bildung und Werkzeuge ebenfalls.
In den letzten Wochen und Monaten spitzt sich nicht nur die Situation in der frühkindlichen Bildung zu. Kinder, deren Rechte, aber vor allem die psychische Gesundheit, sind nach wie vor Themen wie wir sehen, die zu oft vergessen oder ignoriert werden. Werfen wir ein Blick in den weiteren Bildungsverlauf und die unterschiedlichen Bereiche, in welchen Kinder ab Geburt „unterwegs“ sind, dann gebe ich folgende Bereiche zur Diskussion (ein erster Entwurf versteht sich), die in meinen Augen in einem eigenständigen Kinder(- und Jugend-)ministerium auf Bundesebene verankert sein sollten:
1. Kinderrechte und -grundsicherung
Kinderrechte müssen im Grundgesetz verankert und eine Umsetzung/Einhaltung der Rechte bundesweit verfolgt werden. Des Weiteren gilt es Kinder finanziell abzusichern und die Kindergrundsicherung weiter zu forcieren.
2. Bildung
Von Geburt bis zum Ende der schulischen Bildung benötigt es eine gemeinsame Kraftanstrengung und entsprechende Weiterentwicklung des deutschen Bildungssystems. Hierzu zählen ebenfalls die Bereiche des Qualitätsmanagements, sowie der Transfer von Forschung und Praxis.
3. Resilienz
Mehr Aufmerksamkeit und zusätzliche Investitionen in den Bereich Resilienz für die zuständige Altersgruppe. Siehe Fakt 1)
4. Prävention (ganzheitlich)
Fokus auf die psychische und physische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Siehe Fakt 1).
5. Organisationsentwicklung
Basierend auf den unterschiedlichen Generationen (Stichwort: „Gen alpha“) müssen Bildungseinrichtungen und die entsprechenden Ausbildungsgänge weiterentwickelt, angepasst und mit zeitgemäßen Werkzeugen ausgestattet werden. Parallel dazu werden Kollaborationen in Ausbildungsstätten und Wirtschaftsunternehmen aufgebaut, um lebenslanges Lernen und den beruflichen Erfolg dieser Generationen zu ermöglichen (Lernräume schaffen, etc.).
6. Umwelt
Kinder und Jugendliche sind die Generationen, die mit den ökologischen Entscheidungen der älteren Generationen umgehen müssen und massiv vom Klimawandel betroffen sein werden. Neben der Verankerung von BNE im Bildungsbereich ist eine Mitsprache des Kinderministeriums, der jungen Generationen auch auf politischer Ebene wichtig, da sie noch nicht wahlberechtigt sind.
Es wurde kein Alt-Text für dieses Bild angegeben.
Kinderministerium Deutschland - Sabine Hagen
Nun könnte man meinen, was braucht es dafür ein eigenständiges Ministerium, wenn die einzelnen Bereiche doch bereits gut in den anderen Ministerien auf Bundes- oder Länderebene aufgehoben sind.... sind sie das wirklich?
Wichtig ist hier noch die Erklärung aus Tashkent vom 16. November 2022 zu erwähnen und deren Fokus auf die frühkindliche Bildung, sowie die Forderung nach Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte und Forderung von Innovationen aus wissenschaftlicher Forschung, um den Bereich einer erfolgreichen Transformation zu unterziehen :
"9. Clarifying the scope and definition of ECCE as follows: (1) early childhood encompasses the period up to age 8, (2) ECCE recognizes the holistic nature of child development, encompassing early cognitive and social development, which requires foundational learning, responsive care, nutrition, health, safety, protection, and play, and (3) ECCE contributes to an individual’s well-being and capacity to learn, school readiness, academic achievement, lifelong learning, and meaningful employment and, within society, greater gender equality, sustainable development, and global citizenship." (3)
Ich freue mich auf die Diskussion und Meinungen.
#KinderMinisterium #NewKita
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Quellen:
(1) https://www.watson.de/leben/nah%20dran/361850161-therapie-wird-bei-bu-versicherung-zum-verhaengnis-ein-drastischer-schritt-hilft , https://www.br.de/nachrichten/bayern/depressionen-aengste-psychische-probleme-schulpsychologen-alarm,TVrRxY1
(2) https://www.wuv.de/Exklusiv/Specials/Agile-Marktforschung/Wer-ist-eigentlich-diese-Generation-Alpha)
(3) https://euimg.vfairs.com/uploads/vjfnew/10000082/content/files/1668595494tashkent-declaration-en-pdf1668595494.pdf


Deutschland steckt in einer Kita-Krise: Hundertausende Erzieher:innen fehlen bundesweit. Dieser dramatische Fachkräftemangel überlastet nicht nur die verbliebenen Fachkräfte, sondern gefährdet auch die Gesundheit und Bildung unserer Kinder. Je mehr Kinder von einer einzelnen Fachkraft betreut werden müssen, desto weniger Zeit bleibt für individuelle Förderung – ein entscheidender Faktor für die Entwicklung unserer Kleinsten. Die Abwärtsspirale: Überlastung führt zu noch mehr Ausfällen Die Folgen sind alarmierend: Kinder in überfüllten Gruppen erkranken häufiger, und überarbeitete Erzieher:innen melden sich krank. Das führt zu einer Abwärtsspirale – die Qualität der Betreuung sinkt weiter. Langfristig bedeutet das schlechtere Bildungschancen, weniger soziale Förderung und höhere gesellschaftliche Kosten und ein #BildungsCrash mit Ansage. Eltern spüren diese Krise täglich: Sie müssen die Betreuungslücken füllen, was zu mehr Stress und finanziellen Belastungen führt: Sinkende Betreuungsqualität: Wenn eine Fachkraft zu viele Kinder gleichzeitig im Blick behalten muss, verkommt der Bildungsauftrag zur reinen "Verwahrung". Pädagogische Angebote fallen als Erstes weg. Steigender Krankenstand: Die verbliebenen Erzieher:innen arbeiten permanent an der Belastungsgrenze. Die Folge: Überarbeitete Fachkräfte melden sich häufiger krank, was den Druck auf das verbleibende Team weiter erhöht. Höheres Infektionsrisiko: In überfüllten, unterbesetzten Gruppen steigt nachweislich auch die Infektionsrate bei den Kindern – ein Teufelskreis aus Krankheitswellen beginnt. Ein umfassender Bericht des Recherchezentrums CORRECTIV zeigte bereits Ende 2023 das ganze Ausmaß dieser Krise auf und machte deutlich: Wir steuern sehenden Auges auf einen bildungspolitischen Kollaps zu. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten Die Kita-Krise ist längst kein reines "Kita-Thema" mehr, sondern belastet die gesamte Gesellschaft: Schlechtere Bildungschancen: Frühkindliche Bildung legt das Fundament für die spätere Schullaufbahn. Fehlt diese Basis, drohen langfristig weniger soziale Förderung und höhere gesellschaftliche Folgekosten. Enormer Druck auf Eltern: Eltern spüren diese Krise täglich am eigenen Leib. Spontane Kita-Schließungen oder verkürzte Öffnungszeiten bedeuten, dass Eltern Betreuungslücken im Alltag selbst füllen müssen. Das führt zu permanentem Stress, mentaler Überlastung und nicht selten zu finanziellen Einbußen, wenn Arbeitszeiten reduziert werden müssen. Der Ausweg: Drei Hebel gegen den Kollaps Die Krise ist akut, aber sie ist nicht unlösbar. Um das System nachhaltig zu stabilisieren, muss an drei wesentlichen Stellschrauben gedreht werden: 1. Offensive in der Ausbildung Die Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher muss attraktiver und finanziell vergütet werden. Hürden für Quereinsteiger müssen sinken, ohne dabei die pädagogischen Standards zu untergraben. 2. Verbesserung der Arbeitsbedingungen Bessere Personalschlüssel, Entlastung von bürokratischen Aufgaben durch Verwaltungskräfte und eine faire, leistungsgerechte Bezahlung sind der Schlüssel, um Fachkräfte im Beruf zu halten. Für interne Herausforderungen oder Ideen habe ich die Kita Canvas entwickelt. Hier geht's zum Blogbeitrag . 3. Konsequente Investitionen der Politik Jeder Euro, den wir heute in die frühkindliche Bildung investieren, spart der Gesellschaft in der Zukunft ein Vielfaches an Reparaturkosten. Die Politik auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene muss endlich echte Verantwortung übernehmen und die Krise mit oberster Priorität bewältigen. Fazit: Es ist eine Investition in unser aller Zukunft Wenn wir heute nicht handeln, riskieren wir die Zukunft einer ganzen Generation. Eine starke Wirtschaft und eine gesunde Gesellschaft funktionieren nur mit einem stabilen Fundament – und dieses Fundament wird in unseren Kitas gelegt.

Frühkindliche Bildung ist mehr als Betreuung: Sie ist der erste Schritt zu Chancengleichheit, Resilienz und den Kompetenzen, die wir in einer mehr und mehr digitalen Welt dringend brauchen. Die Grundlagen für New Work, Future Skills und Sozialkompetenzen werden bereits in den ersten Lebensjahren gelegt. Doch wir stehen vor einer großen Herausforderung: Der aktuelle #BildungsCrash beeinflusst die Entwicklung unserer Kinder nachhaltig. Wie jüngst im Spiegel berichtet, fehlen gerade in Westdeutschland massiv Kitaplätze, und der Personalnotstand verschiebt sich zunehmend in die Grundschulen. Immer mehr Kinder erhalten nicht die Förderung, die sie für einen erfolgreichen Bildungsweg brauchen. Diese Entwicklung ist fatal – denn digitale Kompetenzen, Kreativität und soziale Fähigkeiten werden bereits in der frühen Kindheit, auch durch die Kitas, angelegt. Technologische Innovationen wie u. a. Googles Veo 3 zeigen, wie schnell sich Arbeits- und Lebenswelten verändern. Die Digitalisierung erfordert nicht nur technische, sondern vor allem soziale und kognitive Fähigkeiten: Empathie, Resilienz und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Diese „Future Skills“ werden in Kitas bereits gefördert – doch wir müssen sie erkennen, wertschätzen und weiterentwickeln. Die digitale Transformation mag manchmal überwältigend wirken – vor allem, wenn die Rahmenbedingungen nicht ideal sind. Doch inspirierende Veränderung beginnt im Kleinen: Schon ein kurzer Austausch im Team, ein gemeinsames Ausprobieren neuer Ideen oder das Teilen von Erfolgsgeschichten kann viel bewirken. Es geht nicht darum, alles auf einmal zu schaffen. Jeder kleine Schritt zählt und inspiriert andere. Was bedeutet das für Politik und Eltern? Politik: Setzen Sie auf nachhaltige Bildungsreformen, mehr Personal und eine bessere Ausstattung – und zwar jetzt, nicht erst in zehn Jahren. Eltern: Unterstützt eure Kinder dabei, neugierig zu bleiben und digitale Tools als Werkzeuge zu begreifen. Die digitale Transformation ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Lasst uns die Chancen nutzen, die in frühkindlicher Bildung und innovativer Technologie stecken. Wir brauchen mehr Mut zu Reformen, mehr Investitionen in die Jüngsten – und eine neue Aufmerksamkeit für dieses Zukunftsthema. 💛

Juli 2025 Der Übergang vom Sommer zum Herbst ist traditionell eine Zeit des Umbruchs in der Kitawelt. Während in einigen Bundesländern die wohlverdienten Sommerferien beginnen, startet andernorts bereits das neue Kitajahr. Es ist die perfekte Phase, um innezuhalten, zu reflektieren und Liegengebliebenes neu zu sortieren. Doch im Kita-Alltag stehen Teams bei Veränderungen oft vor einer metaphorischen Pfütze. Die Frage, die sich dann stellt: Bleiben wir zögernd davor stehen oder wagen wir den Sprung? Kinder überlegen nicht lange – sie nehmen Anlauf und springen mutig hinein. Genau diese kindliche Neugier und diesen Mut brauchen wir auch, wenn wir Kitas zukunftsfähig gestalten wollen. Veränderungen fühlen sich manchmal riesig an. Aber sie beginnen immer mit dem ersten Schritt, mit einem kleinen Sprung – und auch mal mit nassen Füßen. In einer meiner letzten Podcast-Folgen des KI.taqualität® - der Podcast haben es Anja Zettel und Kathrin Stojakovic sehr gut auf den Punkt gebracht und uns an ihrem Sprung in die Pfütze teilhaben lassen: Den Mut, KMK kinderzimmer von einer zentralen zu einer dezentralen Organisation zu entwickeln. Oder, in meinem gern herangezogenen Vergleich mit der Pflanzenwelt: „Die Pflanze sagt ja auch nicht, zack, isch bin feddisch – sondern sie wächst. Erst mit zwei kleinen Blättern, dann immer größer.“ Schritt für Schritt werden aus kleinen Anpassungen große Fortschritte – wie bei der Pflanze, die erst zwei Blätter hat und dann immer mehr wächst. Veränderungen im Team brauchen Zeit, Geduld und manchmal ein bisschen Mut – so wie beim Hineinspringen in eine Pfütze. Jeder Sprung und jedes kleine Blatt zeigen: Wir entwickeln uns weiter. Drei Impulse für Ihr „erstes kleines Blatt“ morgen Sie müssen nicht sofort die gesamte Struktur Ihrer Kita auf den Kopf stellen. Inspirierende Veränderung gelingt am besten durch Mikro-Schritte. Stellen Sie sich im Team folgende Fragen: Wo blockieren wir uns selbst aus Angst vor Fehlern? Wo stünde uns etwas mehr „kindlicher Pfützen-Mut“ gut zu Gesicht? Was ist das kleinste denkbare Projekt? Welches „erste Blatt“ können wir diese Woche pflanzen, ohne das Team zu überfordern? Wie feiern wir kleine Fortschritte? Schauen wir nur auf das Endziel oder schätzen wir bereits das Wachstum der ersten zwei Blätter? Fazit: Jeder Sprung zeigt Entwicklung Veränderungen im Team brauchen Zeit, Geduld und manchmal ein bisschen Mut. Doch jeder Sprung und jedes neue Blatt beweisen: Wir bleiben nicht stehen, wir entwickeln uns weiter. Jetzt sind Sie dran: Wo möchten Sie morgen den ersten Sprung wagen? Was könnte das „erste kleine Blatt“ in Ihrer Kita oder Ihrer Organisation sein?

10 Jahre Kita-Digitalisierung: Von der „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“ zu echter Transformation Hätten Sie gedacht, dass wir vor genau zehn Jahren noch darüber diskutiert haben, ob Kitas überhaupt eine digitale Infrastruktur brauchen? Als ich vor einer Dekade mit dem Traum begann, eine eigene Kita-App zu entwickeln, war die Rückmeldung aus den Einrichtungen ehrlich, direkt und ernüchternd: „Brauchen wir nicht, dafür haben wir doch eine WhatsApp-Eltern-Gruppe.“ Heute wissen wir: Diese privaten Gruppen haben ihren ganz eigenen Ruf weg – manche nennen sie nicht ganz unberechtigt die „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“. Doch sie waren damals der erste, pragmatische Versuch, Kommunikation zu beschleunigen. Seit diesem Startschuss begleite ich die digitale Transformation in Kitas in ganz unterschiedlichen Rollen: von der Geschäftsführung in Kitas über die Prozessbegleitung bei der Digitalisierung bis hin zu meiner heutigen Position. Nach 10 Jahren in diesem Bereich steht für mich eine Erkenntnis felsenfest: Digitalisierung ist kein Hexenwerk. Es sind die kleinen, mutigen Schritte, die den echten Unterschied im Alltag machen. Und ja, diese WhatsApp-Gruppen haben auch ihren ganz eigenen Ruf – manche nennen sie die „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“. Ein Spruch, der mir ein Schmunzeln entlockt und den man sich glatt an den Kühlschrank hängen könnte. Oder in wie vielen WA-Eltern-Gruppen tummelt ihr euch gerade? Seit diesem Start begleite ich die digitale Transformation in Kitas weiterhin in ganz unterschiedlichen Rollen: Von der Geschäftsführung in Kitas über das Begleiten beim Start in die digitale Transformation, bis hin zu meiner aktuellen Position. Was ich dabei immer wieder sehe: Digitalisierung ist kein Hexenwerk. Es sind oft die kleinen, mutigen Schritte, die einen echten Unterschied machen können – im Alltag, für Teams, Eltern und vor allem für die Kinder. Im Unikum-Blog teilen wir daher regelmäßig praktische und motivierende Beiträge, die genau zeigen, wie Digitalisierung im Kita-Alltag positiv wirken kann – verständlich, praxisnah und mit ganz viel Herz. ➡️ https://lnkd.in/dBd9etN3 Der perfekte Zeitpunkt, sich inspirieren zu lassen – denn: „Digitalisierung heißt nicht Dauerstrom, sondern öfter mal kurz durchatmen und neu starten.“ Ein Satz, den man wirklich gern öfter hören sollte. Also: Schaut gern mal im Blog vorbei und feiert mit mir diesen kleinen, aber feinen 10-jährigen Jubiläumsschritt der Digitalisierung in der Kita! Happy anniversary to me! 🫶

Bereits 2018 war ich im Austausch mit Bundestagsabgeordneten zum Thema Digitalpakt Kita. Kurzzeitig aufgegriffen, dann wieder verworfen, denn: Wer ist eigentlich zuständig? Mittlerweile haben Bildung und der frühkindliche Bereich zumindest das gleiche Haus auf Bundesebene im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, doch geändert hat sich wenig. Außer ein 4 Mrd. € Sondervermögen für Hochschulen vs. Kitas. Was wir in den ersten 6 Lebensjahren verpassen, holen wir nicht mehr auf. Das ist keine Meinung — das ist wissenschaftlicher Konsens. Und trotzdem behandeln wir Kitas wie eine Aufbewahrungsstelle, die man gelegentlich mit WLAN ausstattet, wenn gerade Geld übrig ist. Ich nenne das nicht Pech. Ich nenne das strukturelle Bildungsvergessenheit. Der #BildungsCrash ist kein Zufall. Er ist eine Folge von Entscheidungen. Jan-Martin Wiarda schreibt das Anfang März ganz treffend in seinem Blogbeitrag zur Verteilung des Sondervermögens: „Hier manifestiert sich ein gesellschaftlicher Trend, dessen Existenz sich immer weniger verleugnen lässt. Eine alternde Gesellschaft interessiert sich immer weniger für ihre eigene Zukunft, sprich: die immer kleiner werdende junge Generation." Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines strukturellen Ungleichgewichts: Hochschulen sind politisch besser organisiert. Kitas sind fragmentiert, unterfinanziert — und haben keine Lobby, die auf Augenhöhe spricht. Wer in den ersten Lebensjahren nicht investiert, investiert später das Dreifache — in Förderung, Therapie, Nachholen. Das ist kein Meinung. Das ist Bildungsökonomie. Der #BildungsCrash ist kein Zufall. Er ist eine politische Entscheidung. Und ich weigere mich, so zu tun, als wäre das normal. „Christian" war 2022 der meist verbreitete Name unter Vorständen, mein Blogbeitrag hierzu vom 20. Mai aktueller denn je.

Die Digitalisierung ist längst Teil unseres Alltags, und auch in Kitas gewinnt sie zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um den Einsatz von Tablets oder Apps, sondern um die Chance, frühkindliche Bildung gezielt zu unterstützen und gleichzeitig die Qualität der pädagogischen Arbeit zu steigern.

Für einen erfolgreichen Start und die ersten Schritte in Richtung Digitalisierung braucht man als Leitung und Team vor allem eines: Klarheit. Eine digitale Kita aufzubauen und zu führen darf nie den Fokus von dem abwenden, was die wichtigste aller Aufgaben ist: die Bildung, Förderung, Entwicklung und Betreuung der Kinder in der Kita – und die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Genau hier setzt meine Reihe an: 22 Buchstaben. 22 Schlüsselbegriffe. 22 Impulse für digitale Kita-Führung und eine zukunftsorientierte Kita. Digitale Transformation in Kitas beginnt nicht mit der perfekten Software, sondern mit Menschen, die sich trauen, kleine Schritte zu gehen. Mit Leitungen, die zuhören. Teams, die Unterschiede nicht wegdrücken, sondern nutzen. Und mit der Einsicht: Digitalisierung ist kein Extra-Projekt, sondern Teil guter Kita-Qualität – heute und morgen. In meinen LinkedIn-Impulsen und hier im Blog lade ich dazu ein, digitale Entwicklung menschenzentriert zu denken: als gemeinsamen Prozess aus Dialog, Integration, Innovation, Generationenvielfalt, Teamkultur – und vielen weiteren Begriffen, die wir nach und nach miteinander erkunden. Jede Woche kommt ein weiterer Buchstabe hinzu – mit einem kurzen Impuls, einer Einordnung aus dem Alltag und einem kleinen Auftrag, den Leitungen direkt mit in ihre Woche nehmen können. Im Folgenden habe ich alle bisher veröffentlichten Impulse verlinkt – und ergänze sie fortlaufend: >> Für mehr Struktur in diesem Marathon kann ich meine Kita Canvas empehlen, die man sich hier kostenlos als pdf herunterladen kann.<<



