Es ist doch nur Schnupfen

Sabine Hagen • 4. November 2021

Kranke Kinder gehören nicht in die Kita!

Wenn ein Schnupfen zur gesamtgesellschaftlichen Herausforderung wird


Herbstzeit ist Schnupfnasenzeit. Nicht nur in Kindertageseinrichtungen. Doch wann ist ein Schnupfen ein Schnupfen, Husten das Anzeichen einer Erkältung und Fiebersaft nicht der Saft, den Kinder morgens zum Frühstück trinken sollten?

Es hat uns auch getroffen. Mein jüngster Sohn ist nun die zweite Woche krank zu Hause. Während ich also mein krankes Kind zu Hause behalte, damit dieses gesund werden, keine weiteren Kinder/ Kita-Mitarbeitenden ansteckt oder sein geschwächtes Immunsystem die nächste Krankheit aufschnappt, laufen weiter reihenweise Schniefnasen durch die Einrichtungen. 

An dieser Stelle springe ich in ein anderes Themengebiet. Unser Kollege aus dem frühkindlichen Bildungsbereich, André Borgmann, übersetzt derzeit das „Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2021“ in den sozialen Medien (herzlichen Dank für deine tolle Arbeit). In seinen Slides führt er z. B. an, dass es eine 92%ige Steigerung der Mitarbeitenden in Kitas seit 2006 gibt. Trotzdem stehen die Kitas vor einem so gewaltigen Fachkräftemangel, dass ein Kita-Kollaps zu drohen scheint. Die Bundesagentur für Arbeit, erklärte den Beruf sogar als „Engpassberuf“. Was das bedeutet?

Die o. g. Steigerung hört sich im ersten Moment toll an und ist ein voller Erfolg. Doch leider nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick zeigen uns weitere Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, dass die Zahl der Teilzeitbeschäftigten in den Kitas immer weiter steigt (in Bayern sogar um 83%, in Berlin um 100% aus Statistik der Bundesagentur für Arbeit Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt– Pädagogisches Personal in der Kinderbetreuung und -erziehung, Nürnberg, Oktober 2021).

Dies liegt meines Erachtens nicht nur an der schlechten Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch unter den Kita- Mitarbeitenden, sondern vor allem an den kräftezehrenden Rahmenbedingung, die durch Personalengpässe noch verschlimmert werden. 

Viele Kinder haben seit ein paar Wochen Atemwegsinfekte, mit welchen man eigentlich erst in den Wintermonaten gerechnet hat. Vor allem seien unter Sechsjährige betroffen. So sagt es Jakob Maske, Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Nachrichtenagentur dpa. „Die Infekte werden jetzt nachgeholt“. (tagesschau.de)

Ergo: Mehr kranke Kinder in der Kita führen zu mehr krankem Personal in den Kitas.

Oder:

(auf das „Nerv nicht“ gehe ich am Ende des Artikels nochmal ein)


Kranke Kinder gehören nicht in die Kita!


Diesen Satz kann man gerne und immer wieder wiederholen. Während in den letzten Monaten oder im letzten Herbst, viele Schnupfnasen zu Hause bleiben mussten, ist es in diesem Herbst anders. Zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern. Dort gilt seit dem 5. Oktober eine neue Regel. Die Schweriner Volkszeitung betitelt diese Entscheidung folgendermaßen: „Kinder mit Erkältung dürfen wieder in die Kita“


Ich stelle mir nur die Frage nach dem „Warum?“. Ja, Kinder sind die, die am meisten zurückstecken mussten und der Versuch sie nicht erneut „ohne Grund“ auszuschließen ist notwendig. Das muss man mir als Pädagogin und Mama, die u. a. die Initiative #GemeinsamFunkeln initiiert hat, nicht erklären.


Doch denkt hierbei ein Elternteil innerhalb der Kita an die Familien der Mitarbeiter:innen? An „die vergessenen Mütter“? Oder an die Konsequenzen, die es nach sich ziehen kann, wenn ein offensichtlich krankes Kind die Kita besucht? „Nun müssten aber Eltern die Entscheidung treffen, ob ihr Kind eine leichte oder schwere Erkältung hat. Dies könne zu Konflikten zwischen Eltern und Kita führen.“ (Matthias Wähner, ASB-Landesgeschäftsführer auf n-tv) Mein Statement: Kitas sind Gemeinschaftseinrichtungen! Das bedeutet nicht nur, dass man alle Rechte besitzt, sondern eben auch Pflichten zu erfüllen hat. Eine dieser Pflichten heißt, die Gesundheit aller zu schützen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. So funktioniert es in einer Gemeinschaft gleichwertiger Menschen. Die Praxis sieht jedoch völlig anders aus.


Sätze wie: „Ich muss aber doch arbeiten!“, „Ich habe heute wichtige Meetings.“, „Es fehlen eh schon so viele, ich kann nicht auch noch wegen meinem Kind zu Hause bleiben.“, sind keine Seltenheit, wenn man sich mit (anderen) Elternteilen über die aktuellen Gesundheitsentwicklungen unterhält.


Was fällt hierbei auf? 

Nicht unbedingt, dass die Eltern nur an sich denken. Das möchte ich ausdrücklich niemandem unterstellen, schließlich haben sie sich bewusst für ein Kind oder mehrere Kinder entschieden. Nein, es ist der Druck, unter welchem sich viele Arbeitnehmer*innen gesetzt fühlen. Ich lenke den Fokus auf die, deren Unverständnis für kranke Kinder und die Sorge als Pflicht der Eltern für diesen Zustand verantwortlich sind:


Die Arbeitgeber*innen. Die Chef*innen, Vorgesetzten. 


Das Privatleben zählt vielerorts nicht, außer natürlich, es kommt dem Unternehmen zugute. Dann ist das super! Schauen sich Arbeitgeber*innen und Vorgesetzte die Gleichung zu Beginn dieses Beitrages nochmal an, werden sie festellen, dass die Aufrechterhaltung des Betriebes einer Kita und somit auch die Gesundheit der Mitarbeitenden und deren Familien, ein Teil einer Präventionsmaßnahme sind, die die Fähigkeit hat, die Wirtschaft zu schützen. 


Es MUSS also im Interesse jedes/jeder Vorgesetzten sein, alles für den Schutz der Aufrechterhaltung dieses Betriebes zu tun. Und das beginnt mit dem Wert, echter Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch für Mitarbeitende in den Kitas selbst.


Die eigenen Kinder sind die, die maßgeblich an der Kompetenz des Arbeitnehmers und der Arbeitnehmerin beteiligt sind. Wenn Sie als Arbeitgeber*in/ Vorgesetzte*r das nächste Mal sagen, dass das Privatleben Ihrer Mitarbeitenden nicht Ihr Problem sei oder Sie selbst als Arbeitnehmer*in einer solchen Aussage gegenüberstehen, argumentieren Sie wie folgt:


„Das mag sein. Sie haben mich eingestellt, mit allen meinen Kompetenzen, Expertisen und Erfahrungen. Mein(e) Kind(er) hat (haben) diese ebenfalls mit beeinflusst. Ich bin also wer ich bin, auf Grund der Tatsache, dass ich Mutter/Vater bin. Warum ist (sind) mein(e) Kind(er) dann nicht relevant für Sie?“


Um noch ein bisschen mehr in die Tiefe dieser Thematik zu gehen, kommen wir nun auf das „Nerv nicht!“ zurück, welches der Titel eines Beitrags von Susanne Mierau, geschrieben auf dem Instagram-Account von „Geborgen Wachsen“, ist. 

Wie gehen wir mit unseren Kindern um, „wenn sie laut, fordernd“ und unnachgiebig um uns herumwuseln, während wir eigentlich gerade am Laptop ein Meeting vorbereiten oder telefonieren müssen? 


„Das Gefühl ungewollt zu sein, eine Last zu sein, andere zu nerven, kann sich tief in uns einbrennen. Es kann das bleibende Gefühl hinterlassen, nicht gewollt zu sein, falsch zu sein. Es kann sich tief in uns verankern und ein stetiger Begleiter sein.“


Kinder sind nicht aus Spaß krank. Sie stecken sich nicht mit Absicht an. Was sie in dieser Zeit am meisten benötigen, sind feste Bezugspersonen in ihrer Nähe, die ihre Bedürfnisse sehen, ihnen Zuneigung geben und für sie da sind. Auch können die Kinder nichts dafür, wenn die Kita geschlossen ist. Es sind kleine Menschen, die meist selbst genug damit zu kämpfen haben, dass die Nase läuft oder sie zu schwach zum Spielen sind. Sie nerven nicht!


Es ist eben nicht „einfach nur Schnupfen“. Die fundamentale Stellung des frühkindlichen Bildungsbereichs, der Kindertageseinrichtungen, wird somit selbst beim Thema „krankes Kind in der Kita“ sichtbar und deutlich. Denken Sie also vielleicht beim nächsten Mal daran, wenn ein*e Kolleg*in auf Grund eines kranken Kindes oder einer Gruppenschließung von zu Hause aus oder gar nicht arbeitet. Ein Engpassberuf bedeutet auch, dass es für diesen systemrelevanten Beruf, von dem alle (Gesundheitssystem, öffentliche Ämter & Dienste, Industrie & Handel, Seelsorge, Ausbildungsstätten, etc.) abhängig sind, ein besonderes Maß an Verantwortung notwendig ist. Und wenn es in der Politik bisher noch nicht angekommen ist: ich nerve und werden damit nicht aufhören, bis wir eine chancengleiche Bildung mit einhergehendem Gesundheits-/ Arbeitsschutz für alle erreicht haben. Wenn ein Bereich für alle bereit steht, haben alle auch für diesen Bereich einzustehen. So funktioniert eine Gesellschaft auf Augenhöhe.


Aber nun wünsche ich allen Schnupfnasen, ob groß oder klein erstmal gute Besserung und freue mich schon jetzt auf viele Funkelmomente mit euch und Ihnen!


Sabine Hagen





Quellen:

- https://www.tagesschau.de/inland/atemwegserkrankungen-kinder-101.html  

- https://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/In-MV-auch-mit-Schnupfnase-in-die-Kita-id33884047.html 

- https://www.n-tv.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/Schnupfen-in-Kitas-Unterschiedliche-Reaktionen-article22847969.html 

- https://de.linkedin.com/pulse/die-vergessenen-mütter-sabine-hagen 

- www.gemeinsamfunkeln.de 

- https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Generische-Publikationen/AM-kompakt-Kinderbetreuung-erziehung.pdf?__blob=publicationFile&v=6 


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Frühkindliche Bildung ist mehr als Betreuung: Sie ist der erste Schritt zu Chancengleichheit, Resilienz und den Kompetenzen, die wir in einer mehr und mehr digitalen Welt dringend brauchen. Die Grundlagen für New Work, Future Skills und Sozialkompetenzen werden bereits in den ersten Lebensjahren gelegt. Doch wir stehen vor einer großen Herausforderung: Der aktuelle #BildungsCrash beeinflusst die Entwicklung unserer Kinder nachhaltig. Wie jüngst im Spiegel berichtet, fehlen gerade in Westdeutschland massiv Kitaplätze, und der Personalnotstand verschiebt sich zunehmend in die Grundschulen. Immer mehr Kinder erhalten nicht die Förderung, die sie für einen erfolgreichen Bildungsweg brauchen. Diese Entwicklung ist fatal – denn digitale Kompetenzen, Kreativität und soziale Fähigkeiten werden bereits in der frühen Kindheit, auch durch die Kitas, angelegt. Technologische Innovationen wie u. a. Googles Veo 3 zeigen, wie schnell sich Arbeits- und Lebenswelten verändern. Die Digitalisierung erfordert nicht nur technische, sondern vor allem soziale und kognitive Fähigkeiten: Empathie, Resilienz und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Diese „Future Skills“ werden in Kitas bereits gefördert – doch wir müssen sie erkennen, wertschätzen und weiterentwickeln. Die digitale Transformation mag manchmal überwältigend wirken – vor allem, wenn die Rahmenbedingungen nicht ideal sind. Doch inspirierende Veränderung beginnt im Kleinen: Schon ein kurzer Austausch im Team, ein gemeinsames Ausprobieren neuer Ideen oder das Teilen von Erfolgsgeschichten kann viel bewirken. Es geht nicht darum, alles auf einmal zu schaffen. Jeder kleine Schritt zählt und inspiriert andere. Was bedeutet das für Politik und Eltern? Politik: Setzen Sie auf nachhaltige Bildungsreformen, mehr Personal und eine bessere Ausstattung – und zwar jetzt, nicht erst in zehn Jahren. Eltern: Unterstützt eure Kinder dabei, neugierig zu bleiben und digitale Tools als Werkzeuge zu begreifen. Die digitale Transformation ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Lasst uns die Chancen nutzen, die in frühkindlicher Bildung und innovativer Technologie stecken. Wir brauchen mehr Mut zu Reformen, mehr Investitionen in die Jüngsten – und eine neue Aufmerksamkeit für dieses Zukunftsthema. 💛
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Juli 2025 Der Übergang vom Sommer zum Herbst ist traditionell eine Zeit des Umbruchs in der Kitawelt. Während in einigen Bundesländern die wohlverdienten Sommerferien beginnen, startet andernorts bereits das neue Kitajahr. Es ist die perfekte Phase, um innezuhalten, zu reflektieren und Liegengebliebenes neu zu sortieren. Doch im Kita-Alltag stehen Teams bei Veränderungen oft vor einer metaphorischen Pfütze. Die Frage, die sich dann stellt: Bleiben wir zögernd davor stehen oder wagen wir den Sprung? Kinder überlegen nicht lange – sie nehmen Anlauf und springen mutig hinein. Genau diese kindliche Neugier und diesen Mut brauchen wir auch, wenn wir Kitas zukunftsfähig gestalten wollen. Veränderungen fühlen sich manchmal riesig an. Aber sie beginnen immer mit dem ersten Schritt, mit einem kleinen Sprung – und auch mal mit nassen Füßen. In einer meiner letzten Podcast-Folgen des KI.taqualität® - der Podcast haben es Anja Zettel und Kathrin Stojakovic sehr gut auf den Punkt gebracht und uns an ihrem Sprung in die Pfütze teilhaben lassen: Den Mut, KMK kinderzimmer von einer zentralen zu einer dezentralen Organisation zu entwickeln. Oder, in meinem gern herangezogenen Vergleich mit der Pflanzenwelt: „Die Pflanze sagt ja auch nicht, zack, isch bin feddisch – sondern sie wächst. Erst mit zwei kleinen Blättern, dann immer größer.“ Schritt für Schritt werden aus kleinen Anpassungen große Fortschritte – wie bei der Pflanze, die erst zwei Blätter hat und dann immer mehr wächst. Veränderungen im Team brauchen Zeit, Geduld und manchmal ein bisschen Mut – so wie beim Hineinspringen in eine Pfütze. Jeder Sprung und jedes kleine Blatt zeigen: Wir entwickeln uns weiter. Drei Impulse für Ihr „erstes kleines Blatt“ morgen Sie müssen nicht sofort die gesamte Struktur Ihrer Kita auf den Kopf stellen. Inspirierende Veränderung gelingt am besten durch Mikro-Schritte. Stellen Sie sich im Team folgende Fragen: Wo blockieren wir uns selbst aus Angst vor Fehlern? Wo stünde uns etwas mehr „kindlicher Pfützen-Mut“ gut zu Gesicht? Was ist das kleinste denkbare Projekt? Welches „erste Blatt“ können wir diese Woche pflanzen, ohne das Team zu überfordern? Wie feiern wir kleine Fortschritte? Schauen wir nur auf das Endziel oder schätzen wir bereits das Wachstum der ersten zwei Blätter? Fazit: Jeder Sprung zeigt Entwicklung Veränderungen im Team brauchen Zeit, Geduld und manchmal ein bisschen Mut. Doch jeder Sprung und jedes neue Blatt beweisen: Wir bleiben nicht stehen, wir entwickeln uns weiter. Jetzt sind Sie dran: Wo möchten Sie morgen den ersten Sprung wagen? Was könnte das „erste kleine Blatt“ in Ihrer Kita oder Ihrer Organisation sein?
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10 Jahre Kita-Digitalisierung: Von der „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“ zu echter Transformation Hätten Sie gedacht, dass wir vor genau zehn Jahren noch darüber diskutiert haben, ob Kitas überhaupt eine digitale Infrastruktur brauchen? Als ich vor einer Dekade mit dem Traum begann, eine eigene Kita-App zu entwickeln, war die Rückmeldung aus den Einrichtungen ehrlich, direkt und ernüchternd: „Brauchen wir nicht, dafür haben wir doch eine WhatsApp-Eltern-Gruppe.“ Heute wissen wir: Diese privaten Gruppen haben ihren ganz eigenen Ruf weg – manche nennen sie nicht ganz unberechtigt die „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“. Doch sie waren damals der erste, pragmatische Versuch, Kommunikation zu beschleunigen. Seit diesem Startschuss begleite ich die digitale Transformation in Kitas in ganz unterschiedlichen Rollen: von der Geschäftsführung in Kitas über die Prozessbegleitung bei der Digitalisierung bis hin zu meiner heutigen Position. Nach 10 Jahren in diesem Bereich steht für mich eine Erkenntnis felsenfest: Digitalisierung ist kein Hexenwerk. Es sind die kleinen, mutigen Schritte, die den echten Unterschied im Alltag machen. Und ja, diese WhatsApp-Gruppen haben auch ihren ganz eigenen Ruf – manche nennen sie die „WhatsApp-Gruppe aus der Hölle“. Ein Spruch, der mir ein Schmunzeln entlockt und den man sich glatt an den Kühlschrank hängen könnte. Oder in wie vielen WA-Eltern-Gruppen tummelt ihr euch gerade? Seit diesem Start begleite ich die digitale Transformation in Kitas weiterhin in ganz unterschiedlichen Rollen: Von der Geschäftsführung in Kitas über das Begleiten beim Start in die digitale Transformation, bis hin zu meiner aktuellen Position. Was ich dabei immer wieder sehe: Digitalisierung ist kein Hexenwerk. Es sind oft die kleinen, mutigen Schritte, die einen echten Unterschied machen können – im Alltag, für Teams, Eltern und vor allem für die Kinder. Im Unikum-Blog teilen wir daher regelmäßig praktische und motivierende Beiträge, die genau zeigen, wie Digitalisierung im Kita-Alltag positiv wirken kann – verständlich, praxisnah und mit ganz viel Herz. ➡️ https://lnkd.in/dBd9etN3 Der perfekte Zeitpunkt, sich inspirieren zu lassen – denn: „Digitalisierung heißt nicht Dauerstrom, sondern öfter mal kurz durchatmen und neu starten.“ Ein Satz, den man wirklich gern öfter hören sollte. Also: Schaut gern mal im Blog vorbei und feiert mit mir diesen kleinen, aber feinen 10-jährigen Jubiläumsschritt der Digitalisierung in der Kita! Happy anniversary to me! 🫶
von Sabine Hagen 11. Juni 2026
Bereits 2018 war ich im Austausch mit Bundestagsabgeordneten zum Thema Digitalpakt Kita. Kurzzeitig aufgegriffen, dann wieder verworfen, denn: Wer ist eigentlich zuständig? Mittlerweile haben Bildung und der frühkindliche Bereich zumindest das gleiche Haus auf Bundesebene im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, doch geändert hat sich wenig. Außer ein 4 Mrd. € Sondervermögen für Hochschulen vs. Kitas. Was wir in den ersten 6 Lebensjahren verpassen, holen wir nicht mehr auf. Das ist keine Meinung — das ist wissenschaftlicher Konsens. Und trotzdem behandeln wir Kitas wie eine Aufbewahrungsstelle, die man gelegentlich mit WLAN ausstattet, wenn gerade Geld übrig ist. Ich nenne das nicht Pech. Ich nenne das strukturelle Bildungsvergessenheit. Der #BildungsCrash ist kein Zufall. Er ist eine Folge von Entscheidungen. Jan-Martin Wiarda schreibt das Anfang März ganz treffend in seinem Blogbeitrag zur Verteilung des Sondervermögens: „Hier manifestiert sich ein gesellschaftlicher Trend, dessen Existenz sich immer weniger verleugnen lässt. Eine alternde Gesellschaft interessiert sich immer weniger für ihre eigene Zukunft, sprich: die immer kleiner werdende junge Generation." Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines strukturellen Ungleichgewichts: Hochschulen sind politisch besser organisiert. Kitas sind fragmentiert, unterfinanziert — und haben keine Lobby, die auf Augenhöhe spricht. Wer in den ersten Lebensjahren nicht investiert, investiert später das Dreifache — in Förderung, Therapie, Nachholen. Das ist kein Meinung. Das ist Bildungsökonomie. Der #BildungsCrash ist kein Zufall. Er ist eine politische Entscheidung. Und ich weigere mich, so zu tun, als wäre das normal. „Christian" war 2022 der meist verbreitete Name unter Vorständen, mein Blogbeitrag hierzu vom 20. Mai aktueller denn je.
von Sabine Hagen 11. Juni 2026
Die Digitalisierung ist längst Teil unseres Alltags, und auch in Kitas gewinnt sie zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um den Einsatz von Tablets oder Apps, sondern um die Chance, frühkindliche Bildung gezielt zu unterstützen und gleichzeitig die Qualität der pädagogischen Arbeit zu steigern.
von Sabine Hagen 11. Juni 2026
Was brauchen Kinder, um zu wachsen? Was braucht ein Team, um stark zu bleiben? Und was braucht frühkindliche Bildung, um sich weiterzuentwickeln?